Vorschau Lesungen

14. November 2019 , 19:30 Uhr

Gemeindesaal der St. Andreas Gemeinde, An der Kirche 3, Springe

Thomas Mann DER KLEINE HERR FRIEDEMANN LUISCHEN

Sonja Beißwenger, Vorleserin

Der kleine Herr Friedemann aus dem Jahr 1897 „ist ein
von der Natur stiefmütterlich behandelter Mensch, der sich
auf eine klug-sanfte, friedlich-philosophische Art mit seinem
Schicksal abzufinden weiß und sein Leben ganz auf Ruhe,
Kontemplation und Frieden abgestimmt hat. Die Erscheinung
einer merkwürdig schönen und dabei kalten und grausamen
Frau bedeutet den Einbruch der Leidenschaft in dieses
behütete Leben, die den ganzen Bau umstürzt und den
stillen Helden selbst vernichtet“ (Thomas Mann).
Auch wenn uns in Luischen (1900) eine zweite kalte und
grausame Frau begegnet, die unfassbar rücksichtlos mit ihrem
Ehemann umgeht, kann es hier nicht um Thomas Manns
damaliges Frauenbild gehen, denn alle handelnden Personen
werden in dieser Burleske grotesk überzeichnet.
Bereits während ihrer Schulzeit sammelte Sonja Beißwenger
im Theater Heilbronn erste Bühnenerfahrungen. Nach ihrem
Studium an der HMTMH arbeitete sie von 2003 –2009 am
Staatstheater Hannover; anschließend wechselte sie an das
Staatsschauspiel Dresden, wo sie 2013 mit dem Erich-Ponto-
Preis ausgezeichnet wurde. Seit 2015 lebt sie mit ihrem Mann
und den Zwillingstöchtern in der Nähe von Hannover und bereist
als gefragte Schauspielerin für Theaterproduktionen, Hörfunk
und Synchronstudios die Bundesrepublik.

Kartenvorbestellung: 05041 – 97 15 16


26. März 2020 , 19:30 Uhr

Gemeindesaal der St. Andreas Gemeinde, An der Kirche 3, Springe

Anna Seghers DER AUSFLUG DER TOTEN MÄDCHEN

In der Reihe „Erfahren, woher wir kommen."
Große Erzählungen der Weltliteratur:
Von und mit Hanjo Kesting, Kommentierung
Sonja Beißwenger, Vorleserin

Die Erzählung Der Ausfl ug der toten Mädchen von Anna Seghers
entstand 1943 im mexikanischen Exil. In Form eines elegischen
Berichtes verknüpft die Autorin darin ihre Vertreibung
aus Deutschland mit der Erinnerung an einen Schulausfl ug
in die Rheinlandschaft bei Mainz, kurz vor Beginn des Ersten
Weltkriegs. Es ist eine ungewöhnlich persönliche Erzählung, die
einzige im Werk der Autorin, die in Ich-Form geschrieben ist.
Hanjo Kesting, geb. 1943, war von 1973 bis 2006 Leiter der
Hauptredaktion „Kulturelles Wort“ beim NDR. 1982 erhielt
er den Kritikerpreis der Salzburger Festspiele, 2005 den Kurt-
Morawietz-Literaturpreis der Stadt Hannover und 2007 die
Ehrenpromotion der Universität Hamburg. Seine letzten Publikationen
sind „Erfahren, woher wir kommen. Grundschriften
der europäischen Kultur“, 3 Bde., Göttingen 2012. – „Das
Geheimnis der Sirenen. Bücher und andere Abenteuer“, Hannover
2014. „Augenblicke mit Jean Améry. Essays und Erinnerungen“,
Göttingen 2014. – „Große Romane der Weltliteratur“,
3 Bde., Göttingen 2015. – „Begegnungen mit Siegfried
Lenz. Essays, Gespräche, Erinnerungen“, Göttingen 2016. –
„Bis der reitende Bote des Königs erscheint. Über Oper und
Literatur“, Göttingen 2017. – „Große Erzählungen der Weltliteratur“,
3 Bde., Göttingen 2019.

Kartenvorverkauf: Buchhandlung am Nordwall 05041 – 97 00 80