Nächste Lesung

26. September 2019 , 19:30 Uhr

Gemeindesaal der St. Andreas Gemeinde, An der Kirche 3, Springe

Thomas Mann MARIO UND DER ZAUBERER

Silvester von Hösslin, Vorleser

Im Mittelpunkt der Novelle Mario und der Zauberer aus
dem Jahr 1930 steht die Frage nach der Willensfreiheit.
Der Zauberer Cipolla sagt zu einem jungen Mann, der bei
einem Kartentrick fest entschlossen ist, Cipollas hypnotischen
Künsten zu widerstehen : „Die Freiheit existiert, und
auch der Wille existiert; aber die Willensfreiheit existiert
nicht, denn ein Wille, der sich auf seine Freiheit richtet,
stößt ins Leere. Sie sind frei, zu ziehen oder nicht zu ziehen.
Ziehen Sie aber, so werden Sie richtig ziehen, - desto sicherer,
je eigensinniger Sie zu handeln versuchen.“
Die Novelle zu reduzieren auf eine bloße Faschismusparabel
griffe zu kurz, auch wenn Cipolla in seiner diktatorischen
Show eine ähnlich Wirkung zeigt wie der ins faschistische
Italien hereinbrechende Dämon Mussolini. Thomas Mann
geht es auch hier um die Grundkonstituenten menschlichen
Handelns, die im Erzähler in merkwürdig gemischten Gefühlen
wie Angst, Spannung, Bewunderung, Neugier und
Hass über die eigenen Skrupel deutlich werden.

Kartenvorverkauf: Buchhandlung am Nordwall 05041 – 97 00 80