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Sonja Beißwenger erhält den Erich-Ponto-Preis

13. Juni 2013. Für ihre starken darstellerischen Leistungen in sehr unterschiedlichen, tragenden Rollen und ihre besondere schauspielerische Begabung auf den Bühnen des Staatsschauspiels Dresden, wird Sonja Beißwenger mit dem Erich-Ponto-Preis ausgezeichnet, das teilt das Theater mit. Der Preis soll der Nachwuchsförderung dienen und ist mit einem Geldbetrag in Höhe von 5.000 Euro ausgestattet. Er wird seit 1999 alle zwei Jahre vergeben, zuletzt erhielt Christian Friedel den Preis, zuvor Dirk Glodde und Christine Hoppe.

Sonja Beißwenger spielt mit einer großen Klarheit. In jedem Bühnenmoment, in dem sie uns begegnet, spüren wir, dass ihre Figur genau weiß, was sie will. Mit großer Unbedingtheit vertritt eine Frau hier die starken und die gefährdeten Figuren der Weltliteratur, die Elisabeth in „Don Carlos“, die Elektra in den „Fliegen“ oder die Amalia in den „Räubern“, aber man spürt auch ihr Engagement für die Gegenwart und die ­gesellschaftliche Position von Theater bei den ganz neuen Stücken und Projekten von Ingo Schulze oder Rimini Protokoll. Sonja Beißwenger besteht darauf, nach dem Warum der Kunst im Leben zu fragen. Das lässt sie manchmal für Augenblicke kühl und analytisch erscheinen, aber nur, um dann in der nächsten Sekunde ganz für ihre Figur zu brennen, um ihr Geheimnis und Tiefe, ja, oft auch Wärme, Menschlichkeit und ­Schönheit zu schenken. Sie vertritt – ohne Eitelkeit und schauspielerischen Egoismus – Ideen und Konzepte auf der Bühne, deshalb lieben sie vor allem die besonders klugen ­Regisseurinnen und ­Regisseure. Sofort spürt man im Rhythmus ihres Spiels die hervorragende Musikerin, die Sonja Beißwenger auch ist, ihr Gespür für Klang und Melodie, Timing und Präsenz. Bei aller Ernsthaftigkeit, um nicht zu sagen ­Radikalität, im Umgang mit dem Theater entstehen so uns gewinnende Rollenporträts von großem Charme – wie ihre Verkörperung von Brechts Polly in der „Dreigroschenoper“. Sie steht mitten in einem hervorragenden Ensemble, drängt sich nicht vor und zieht doch mit großer Selbstverständlichkeit all ­unsere Aufmerksamkeit auf sich. Anspruch, Engagement und Konsequenz verbinden sich mit Humor und Intelligenz. Sonja Beißwenger steht für ein modernes, weiblich selbstbewusstes Theater. (Auszug aus der Laudatio von Wilfried Schulz, Intendant Staatsschauspiel Dresden)

Wir bedanken uns bei Sonja Beißwenger dafür mit dem ERICH-PONTO-PREIS. Sonja Beißwenger war bereits zweimal beim KULTURKREIS SPRINGE mit Lesungen zu Gast – zuletzt mit „Wellen“ von Eduard von Keyserling. Sie wird am 10. Juli 2014 wieder bei uns zu erleben sein!